So long, Spaceboy.

    Was einen Fan zu einem Fan macht.

Fan sein heisst, mit Leib und Seele mit dabei zu sein.

Einer stirbt und die ganze Welt feiert ihn mit einer Mischung aus Tribut, Trauer und dem Traum von Unsterblichkeit. David Bowies Erbe ist mehr als nur ein musikalisches.

Es war einer dieser Anrufe, bei denen man schon am Ton des Telefonklingelns hört, das irgendwas nicht gut ist. Meine Freundin Chrystel, mit der ich schon mein halbes Leben, das vor den Kindern und das mit den Kindern, geteilt habe – Nächte, in denen wir in Pelzmänteln geschlafen haben, weil wieder eine die Stromrechnung nicht zahlen konnte, rief mich an und teilte mir mit Grabesstimme mit, das ihre absolute Stilikone und grösste Inspiration Sternenkind David Bowie, dessen künstlerische Visionen und Musik Millionen von Menschen berührt haben, den Abflug gemacht hat. Zurück auf seinen Heimatplaneten.

«Die Bereitschaft zur absoluten Leidenschaft und Hingabe.»

Er, der uns sein ganzes Leben lang begleitet hat – der Superstar, Erneuerer, Chamäleon, Träger von Masken, Erfinder von Identitäten. Unberührbar. Unerreichbar. Ziggy Stardust. Und sie sollte nicht die Einzige sein, die das betraf: Die sozialen Medien überschlugen sich und innert Minuten fühlte sich mein Facebook-Feed mit Beileidsbekundungen und Liebeserklärungen, von Lieblingsbildern und Videos ganz abgesehen – Facebook hatte sich in eine virtuelle Klagemauer von biblischem Ausmass verwandelt – das Spannende: Nahezu jeder, egal ob Fan oder nicht, war irgendwie berührt genug, um zumindest «Heroes» zu posten.

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Rund um die ganze Welt veranstalteten Fans jeglicher Couleur Treffen und versammelten sich an den Orten, die das Leben des buntesten aller Vögel prägten – von New York über Berlin bis hin zu seinem Geburtsort. Uns bleibt neben einem Lebenswerk die Frage, was einen Fan zu einem Fan macht. Es ist ein magisches Gefühl, das über klassische Begeisterung hinausgeht – es geht nämlich auch darum, seinem Gefühl Ausdruck zu verleihen. Im Fall Bowie gibt es sogar einen Professor, dessen Forschungsgebiet Bowie ist und der für ein besseres Verständnis sogar in seine unterschiedlichen Rollen schlüpft.

Fan – das ist immerhin die offizielle Kurzform von «Fanatiker». Die Bereitschaft zur absoluten Leidenschaft und Hingabe. Als Fan identifiziere ich mich vollends mit einer Sache, und das ist auch gut so – immerhin beflügelt es auch die Fantasie. Wie jene dieser Grafikdesignerin, die für jeden seiner Songs ein Poster entwirft. Die ersten Bowie-inspirierten Kleidungsstücke dürften jedenfalls schon in den Läden hängen.

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Who is it?

Alexandra Kruse hat Modejournalismus studiert, lebte in München und Berlin und hat 2010 ihr Glück in Zürich gefunden. Sie arbeitet als Stylistin, ist Autorin und Super-Mama. Für standing ovation beleuchtet Alexandra Kruse die Welt der Live-Kommunikation aus einer etwas anderen Perspektive.

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